Kiesgruben und Steinbrüche werden oft als hässliche Wunden in der Landschaft empfunden. Wo Böden offengelegt werden und wo man Kies abbaut, verändert sich ein bestehendes Landschaftsbild zweifellos beträchtlich. Die Tatsache der Landschaftsveränderung darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass zwar bestehender Lebensraum zerstört, an seiner Stelle aber neuer geschaffen wird, wenn auch mit ganz anderen Eigenschaften. Die intensive Landwirtschaftliche Nutzung unseres Bodens lässt vielen Tier- und Pflanzenarten kaum noch Platz zum Ueberleben und genau hier bilden diese vermeindlichen "Wunden" wertvollen Lebensraum, um weiterhin zu bestehen.
In vielen Regionen unseres Mittellandes ist der Primärstandort Kiesboden nur noch in Grubenarealen anzutreffen. Diese stellen einen letzten, kümmerlichen Ersatz für die ehemals zahlreichen, natürlichen Standorte dar. Doch selbst diese wenigen übriggebliebenen Flächen sind bedroht. Natur lässt sich ja bekanntlich nicht konservieren. Jede Lebensgemeinschaft bereitet durch ihre eigene Entwicklung die Bedingungen für das Entstehen der nächsten vor. Schon nach wenigen Jahren stehen deshalb bereits Buschgruppen und Kleingehölze auf den kurz zuvor noch vegetationslosen Böden.
Bendicht Stucki
Kies- und Betonwerk
CH-3538 Röthenbach